Umstieg von Canon auf Nikon

Teil I

Warum umsteigen wenn man bisher mit seiner Ausrüstung super zufrieden war und sich schon einiges angesammelt hat? Eigentlich für mich ganz einfach: Es sollte einen neue Kamera einziehen. Es stand die Canon 5D Mark IV im Raum. Eine tolle Kamera die aber im Vergleich gegen die Nikon D850 nicht ankommt.

Angefangen hat der Gedanke zu dem Wechsel ganz leise auf dem Moorspezial von Magda von Hundertblicke. <3 Von Donnerstag bis Freitag waren Roxy, Kim und ich gemeinsam mit Loki, Julian und Olga in der Lüneburger Heide. Es waren einige tolle Fotoshootings geplant und eben auch der Besuch von Olga und mir beim Moorspezial.

 

Immer wieder hatte ich aufgeschnappt das man das und das an der Nikon könnte und an Canon nicht, dann habe ich am Morgen des Spezials gemerkt wie „schlecht“ eigentlich das rauschverhalten der 5D Mark III im Gegensatz zu der D810 oder der D850 ist. Olga und ich hatten dieselben Einstellungen vorgenommen und die Bilder auf meinem Display waren einfach mal locker zwei ISO-Stufen dunkler. Wie konnte das sein? Wir hatten zwar andere Kameras, aber doch jeder eine 2.8 Blende?! Die ersten Stimmen wurden lauter. Ich verdrängte sie aber gekonnt und konzentrierte mich wieder auf den Austausch und das Fotografieren.

Am Nachmittag ging es weiter. Magda die Nikonianer/in und ich als Canonianer/in „battelten“ uns immer wieder und zogen uns spaßeshalber mit Nikon und Canon Vergleichen auf. Magda… du bist auch mit Schuld am Wechsel! x)

 

Am darauf folgenden Tag haben wir uns dann zu viert getroffen um tolle Pferd/Reiter-Paare in der Lüneburger Heide zu fotografieren. Was soll ich sagen? Ich war umzingelt. Olga, Magda und Silvia fotografierten alle mit Nikon. Ich hatte also wieder den direkten Vergleich und konnte so auch sehen was man in der Nachbearbeitung noch aus den Fotos rausholen konnte. Wahnsinn!

 

Zuhause angekommen wurden die Stimmen wieder lauter und ich erzählte zum ersten Mal jemandem von meinem Gedanken, meinem Vorhaben. Olga sagte: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Und was soll ich sagen? Sie hatte Recht. Wenn ich jetzt eh eine neue Kamera kaufen müsste, wäre der „perfekte“ Zeitpunkt. Klar ist der Finanzielle posten nicht klein, aber erst eine neue Canon kaufen um dann umzusteigen wäre noch verrückter.

 

Also lange hin und her überlegt, meinen Freund gefragt (bei dem ich auf absolutes Unverständnis traf – ist auch schwer zu verstehen wenn man nicht im Thema drin steckt. Jetzt im Nachhinein versteht er es und steht voll dahinter. ^^) und dann ganz alleine für mich im stillen Kämmerchen entschieden: Ich bestelle!

 

Teil II

Die Ausrüstung ist da… ich könnte schreien vor Glück! 😀

Am Nachmittag der Ankunft musste ich direkt losziehen. Ich fragte meine Schwiegermutter ob sie mir helfen könnte und packte eine Tüte Leckerlis ein. Schließlich sollte Roxy für das schöne gucken, liegen und sitzen auch belohnt werden. ^^

 

Ich merkte schnell, dass mir etwas fehlte. Ich brauchte einen Batteriegriff. Ohne geht es nicht. Das verrenken um an den Auslöseknopf im Hochformat zu kommen war schrecklich, einfach schrecklich ungewohnt. ^^

 

Die Leckerli-Tüte war leer, der Hund bespaßt, ich glücklich, die Fotos im Kasten. Auf geht es zurück nach Hause an den PC. Schließlich wollte ich sehen was raus gekommen war.

 

Durch die Liebe Olga von Olga Zeeb habe ich schon im Voraus einige Schritte erklärt bekommen die ich nun anders machen sollte bei der Bildbearbeitung. Ein neues Programm musste her um das Thema „Farben richtig importieren/darstellen“ direkt „richtig“ umzusetzen. ^^

Also heißt es ab nun: Fotos runterladen, dann in Bridge öffnen und prüfen/aussortieren, dann in Capture laden dort Grundretuschieren, exportieren in eine TIFF-Datei und dann in LR oder PS öffnen und final bearbeiten. 🙂

 

Beim ersten Import hatte ich keinerlei Probleme, beim zweiten Import hatte ich dann kurz einen Herzinfarkt und einen Wutausbruch… Warum? Ich hatte es bisher so gehandhabt das ich direkt nach dem Importieren die Bilder von der Karte lösche und sie dann formatiere. So auch in diesem Fall. Erst später guckte ich sie mir dann in Bridge an und merkte, dass einige Dateien fehlerhaft waren. Sie wiesen grüne/pinke Streifen auf und waren so unbrauchbar. Zum Glück, muss ich an dieser Stelle sagen waren es nur Fotos die ich eh gelöscht hätte! Und noch mal zum Glück, hatte ich die Liebe Olga die mir sofort versuchte zu helfen und mir dann den wertvollen Tipp gab die Fotos erst nach dem Sichten von den Karten zu löschen! <3

 

Leider ist der Fehler beim Importieren immer mal wieder aufgetaucht und ich konnte bis heute noch nicht klären wo dieser herkommt (Kamera?! Und/oder Kabel?!). Bei meinem letzten Fotoshooting war nicht eine Datei fehlerhaft, beim vorletzten Shooting konnte dann die Karte nicht richtig gelesen werden weil die Kamera nicht bereit war?! Zum Glück speicher ich auf zwei Karten, so bin ich trotzdem ohne Probleme an die Dateien gekommen. Wir sind an dem Problem dran. Als nächstes zieht ein Kartenlesegerät ein. Ausschlussverfahren quasi. Ich hoffe, dass es nur das Kabel ist. Das ist ja schnell getauscht. Drück mir die Daumen!

 

Teil III

Canon gegen Nikon… das ich so einen Blogeintrag mal schreiben würde hätte ich nie gedacht. ^^ Aber vielleicht kann ich dem einen oder anderen der vor der selben Überlegung steht, oder noch ganz am Anfang ist und sich unsicher ist welche der Marken er nehmen sollte, (ich kann euch hier nur raten, geht in den Laden und vergleicht & testet!) helfen!

 

 

“Technischer” Vergleich

 Canon (achatzi)Nikon (Leistenschneider)
Preis2.999,00€3.699,00€
Auflösung30,4 Megapixel45,7 Megapixel
ISO102.400102.400
Schnelligkeit7 B/s7 B/s erweiterbar auf 9 B/s
AF-Messfelder61 davon 41 Kreuzsensoren153 davon 99 Kreuzsensoren
Display8,1cm mit ca. 1.620.000 Bildpunkten8,1cm Touchdisplay + neigbar mit 2.359.000 Bildpunkten
Video4K EOS Movies4K UHD-Video

Bildervergleich

Canon Foto - Komplettansicht
Nikon Foto - Komplettansicht
100% Ausschnitt Canon-Kamera - 2.8 | 1/1000s | 1000 | 200mm
100% Ausschnitt Nikon-Kamera - 2.8 Blende | 1/1000s | 320 | 185mm

Wir hatten fast die selben Einstellungen und saßen nur ein paar Zentimeter auseinander. Die fehlende Helligkeit beim Nikon Bild (durch den geringeren ISO-Wert) habe ich per Capture angepasst. Nachgeschärft oder bearbeitet wurde ansonsten keines der Fotos.

 

Fazit bzw. Resümee

Ich bereue den Vergleich nicht, im Gegenteil ich bin sogar super zufrieden und froh diesen Weg gegangen zu sein. Der Unterschied in der Bearbeitung der Fotos ist der Wahnsinn. Man kann einfach auch mal ein Foto stärker beschneiden ohne das man nur noch eine Mini-Datei zur Verfügung hat. Das Rauschverhalten ist deutlich besser und die Kamera ist um einiges Treffsicherer was das Fotografieren im Gegenlicht angeht.

 

Ebenso ist die Handhabung beim Fotografieren deutlich einfacher geworden. Die AF-Messfelder lassen sich super leicht verschieben und auch das Wechseln von „AF-C“ (AI-Servo) zu „AF-S“ (AI-One Shot) funktioniert super easy während des Blickes durch den Sucher. Man muss hierfür einfach nur den Joystick bewegen und schon verschiebt sich der Fokuspunkt oder die jeweilige Messfeldgruppe. Die Messfeldgruppe, noch ein Vorteil von Nikon. Wenn ich nun eine der Messfeldgruppe einstelle werden je nach Auswahl weitere Fokuspunkte um den Hauptfokuspunkt dazu verwendet das am Anfang ausgewählte Objekt zu fokussieren. Gerade bei kleineren Hunden eine super Hilfe!

 

Bei Lichtsituation mit starkem Kontrast kann ich nun die Einstellung „Active D-Lighting“ in der Kamera aktivieren. Diese bewirkt, dass die Detailzeichnungen in den hellen und dunkleren Partien des Bildes Kontrastreicher und farbiger (z.B.: Himmel erscheint meist bläulicher und nicht mehr so ausgefressen und weiß) dargestellt werden. Man hat hier sechs Einstellmöglichkeiten. Wenn man beim Fotografieren nicht an die Änderung dieser Einstellung gedacht hat, kann man diese Anpassung auch noch im Nachgang in Capture anpassen. Aber schöner ist es natürlich das Bild schon so zu fotografieren wie man es später auch haben möchte, oder? 😉

Alles in allem muss ich mich auch an dieser Stelle bei einer ganz besonderen Fotografin bedanken! Dankeschön Olga! Danke, dass du mir immer zuhörst, egal ob „happy“ oder „wutentbrannt“! Danke, dass du mir immer zur Seite gestanden hast und mir alle meine Fragezeichen beantwortet hast! Danke, dass ich dich zu meinen Freunden zählen kann! <3